Europa - sieh nicht weg!


Filmdiskussion

Unsere Schule, die Steuben-Gesamtschule, feiert in diesem Jahr 10 jähriges Jubiläum
"Schule ohne Rassismus Schule mit Courage". Aus diesem Anlass besuchten wir eine Veranstaltung zum 70. Jahrestags der Erklärung der Menschenrechte der UN. Im Thalia-Kino sahen wir einen Film über ein ziviles Rettungsschiff auf dem Mittelmeer, der Juventa von der Organisation "Jugend Rettet". Anwesend war eines der Crew-Mitglieder von der Juventa, der für Fragen und Diskussionen bereit stand. Möglich gemacht wurde alles durch das Bündnis "Potsdam bekennt Farbe." Vor dem Film wurden noch die Menschenrechte verlesen. Der Film war sehr authentisch und hat unzensiert die Einsätze der Juventa gezeigt. Vor allem die Rettungsszenen waren fesselnd und zeigten das Ausmaß dieser Krise, die auf dem Mittelmeer seit 2014 statt findet. Der Film endete als die italienische Polizei das Boot beschlagnahmt und Ermittlungsverfahren gegen die Crew aufgenommen werden. Nach dem Film folgte die Diskussion mit Clemens Nagel, dem Crew-Mitglied der Juventa, der auch im Film zu sehen war.
Für mich war diese Veranstaltung erstaunlich. Denn die Juventa hat insgesamt rund 14.000 Menschen gerettet. Man kann die unangenehme These aufstellen, dass diese Menschen ohne die Juventa vielleicht nicht gerettet wären. Und das ,was bei dieser Krise am meisten erstaunt, ist das Verhalten der EU und auch der deutschen Regierung. Denn vor wenigen Monaten wurde allen freiwilligen Helfern verboten aufs Mittelmeer zu fahren, um Menschen vor dem Ertrinken zu retten. Einzelne Retter müssen sich sogar vor Gericht verantworten. Seit 2015 sind insgesamt beinahe über zehntausend Menschen ertrunken und die Antwort der EU ist das Verbieten der freiwilligen Rettung.
Jedoch was kann man als Einzelner ausrichten? Wenn man das alles absurd und menschenverachtend findet. Clemens Nagel sagte dazu, dass man sich ehrenamtlich engagieren kann, eben wie er selbst. Doch nicht jeder kann auf so ein Schiff .Deswegen sehe ich auch die Chance für jeden, auf seine Familie, Freunde und Bekannte einzuwirken. Damit sich das Denken verändert. Man kann auf die Straße gehen und auch online über Facebook zum Beispiel Stellung beziehen. Abschließend bin ich der Meinung, dass die EU ihre Werte vergessen hat, ganz bewusst und dass es unsere Pflicht ist, Flüchtlinge aus der dritten Welt aufzunehmen. Denn wir sie erzeugen sie selbst mit unserer Politik.


Aaron, Klasse 11.2